Samstag, 17. September 2016

Übertrailed und Unterhopft im Elburs-Gebirge, Teil 1

Tochal killed Michal

Seit 2014 plane ich schon eine Reise in den Orient, die Persian Summits quasi. Lange hat es gedauert bis es umgesetzt wurde. 2015 sind mir gleich 3 Leute abgesprungen. Blödsinn wie zu gefährlich, zu hoch, zu weit und zu sowieso nicht machbar bekam ich zu hören. Zum Glück kam dann Ende 2015 das Video von den Trailhunter Flo und Lev. Dieses geniale Video mit fast 100% der geplanten Route/Berge überzeugte wieder so manchen, welcher aber auch wieder den Schweif einzog. Irgendwie hab ich es dann sogar schon aufgegeben.
Als ich mit Milka-Michi in Slowenien war machte ich ihm den Mund wassrig. Im Vinschgau, mit neu aufgebautem Bike kam dann die Zusage ... und ich war sozusagen wieder im Planungsmodus. Die Reise sollte ohne Hotels, Mietautos, Guides und sonstiges über die Bühne gehen. Geld war auch keins zur Verfügung. Demenstsprechend wichtig war Recherche und Kontakte knüpfen ... Couchsurfing und so.


Vorbereitung zum Iran Trip

De Boxen, na Mahlzeit

Bei unserem Host in Farhads Wohnung in Teheran wurden die Bikes reisefertig gemacht


Tochāl  /  توچال ... 


Der Tochal [Totschāl] erhebt sich unmittelbar nördlich der Hauptstadt Teheran auf 3.964 m Seehöhe und gehört zu den Alborz Bergen oder Alborz Gruppe wenn man so will.

Unser Host, Farhad meinte als wir gegen 03:00h zu ihm kamen das wir doch die Seilbahn zum Tochal nehmen sollten. Ist ja schon spät und so könnten wir ausschlafen. Die Idee begeisterte uns. Also chillten wir und starteten erst kurz vor Mittag. Teheran erstreckt sich von 1.500 - 1.800 m. Wir strampelten also 300 hm im Smog von Teheran, bei 38°C im Schatten, zur Seilbahnstation. Dann gleich der erste Dämpfer. Seilbahn nimmt keine Räder mit, außerdem ist Revision.




Richtung Seilbahn ... alles wird leiwand!

Warm ist es auch...


So passierte es das wir wieder runter fuhren. Bei der planmäßig nächsten Auffahrt kamen wir in eine Militärsperrzone. Also nochmal 200 hm umsonst. Als wir dann gegen 17h in Darband ankamen, wo der Aufstieg jetzt aber wirklich begann, hatten wir also schon um die 600 hm für voll umsonst in den Beinen. Pro Mann klugerweise mit 6 kg Wasser, Essen, Schlafsack, Gastgeschenke usw am Buckel. Hmmm wer hat das nochmal geplant :-(

Darband ... ein echtes muss für jeden der Teheran besucht

Kühle Plätze zum Chillen, wir aber leider keine Zeit

Unser privater Traildog für die ersten 2 Tage

Aus irgend einem Grund betgleitete uns Hunzi (so wie wohl sein Name ist) die ganze Zeit?

Gegen 20:30h wars irgendwie Finster, und wir noch nicht mal auf 3.000 m

Abendmahl mit wahnsinnig coolen Blick auf Teheran (auf ca 3.100 m)

Bei hm 2.700, gegen 21:30h kam uns ein Einheimischer nachgelaufen. Ohne Lampe, nur mit einem Handylicht ausgestattet. Große Panik bei uns Beiden. Irgendwie hatte der Obmann verstanden das sich sein Kollege verletzt hatte. Wir also jetzt eine Rettungsaktion starten müssen. Es stellte sich jedoch heraus das der Arme sein Smartphone verloren hatte. Puh, Schwein gehabt.
Wie auch immer, es war Stockfinster. Hunzi war noch bei uns, es konnte uns also eh nichts passieren. Aber Milka spürte die Höhe bereits. Er hatte auch keine große Lust mehr weiterzulaufen. Und Obmann vermutete immer nur das "gleich" die Biwackschachtel kommt. Ganz sicher war ich mir aber ehrlichgesagt auch nicht. Somit rollten wir bei ca. 3.100 m unsere Schlafsäcke aus und legten uns am Boden. Bei einem köstlichen Dosenthunfisch genossen wir noch ein Weilchen das beeindruckende Schauspiel von Teheran bei Nacht und "schliefen" (nicht wirklich) ein.
Die Hütte war dann am kommenden morgen von weiten sichtbar. Es waren wirklich ziemlich genau 100 hm. Tja, war auch so lässig, wenn auch kalt, hart, ungemütlich und ohne Schlaf *gg*

Michi wird munter

100 hm wärens noch gewesen

Und wir hätten die Biwackschachtel erreicht

Milka spannt die Einheimischen ein, haha, der alte Fuchs

Tochal!

Die Traildogs bewachen Milka beim Schlafen. Ein Einheimischer so zu mir: Is he dead?

Nach ein bisschen Überredungskunst starteten wir dann doch die Abfahrt

Immer mit Blick auf Teheran, was man halt bei dem Smog sehen kann

Wolken ... evtl Gewitter ? Woll ma net auf 4.000 m

Michis Gesichtsausdruck bei den beiden Gegenanstiegen war natürlich unbezahlbar!

Starke Spitzkehre *gg*


Hier hatten wir schon ca 1h kein Wasser. Sehr lässig!

Der Sturz von Milka zerstörte nicht nur seine Hüfte

Einer der 5 Radlträger in Teheran

Gemeinsames Abendessen bei Host #2: Mehran und Nazanian








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