Sonntag, 18. September 2016

Übertrailed und Unterhopft im Elburs-Gebirge, Teil 3

Alam-Kūh  /  علم کوه


Mit einer Höhe von 4.848 m ist der Alam-Kuh der 2 t höchste Berg im Iran bzw. im Elburs Gebirge. Er steht, so wie Azad Kuh im Takht-e Suleyman Massif.

Die Fahrt von Darband Sar nach Kelardasht hat uns 5 h gekostet. Dabei haben wir das Wochenende extra in Darband Sar verstreichen lassen. Wir wurden ja des Verkehrs am Wochenende gewarnt. Wie auch immer, so hatten wir jede Menge Zeit um mit Saman und Leyla zu plaudern.
In Kelardasht [Heaven of Iran] konnten wir wieder einen wunderbaren, fast schon unglaublichen Host beziehen. Dieses Haus wurde von Leylas Vater und Bruder gebaut. Ein komplett anderer Stil hier überall als noch in Teheran oder Darband Sar. Viel mehr Holzbauweise. Haben die das ja auch Klima bedingt zur Verfügung.

Nach viel hin und her wie wir jetzt weiter vorgehen (zur Erinnerung: Milka kämpft stark mit der Höhe) schlug uns Leyla vor ihren Nachbarn zu besuchen. Dieser war niemand geringerer als Rasoul Naghavi. Ein berühmter Bergsteiger vom Iran, quasi das Gegenstück zum Reinhold. Mit Reinhold war dieser auch am Gasherbrum II.
2014, als ich so mit der Planung begonnen hatte dachte ich am Alam Kuh werde ich der Erste gewesen sein mit Bike. Flo und Lev von den Trailhunter kamen mir ja dann zuvor. Wie sich herausstellte war Rasoul schon deutlich früher auf dem BBS Trip unterwegs. War der Kerl doch 1993 schon mit dem Bike oben, am Alam Kuh mit 4.848 m ... haha.... mit einem Cannondale Delta V !!!
Rasoul erzählte uns von seinen Gipfelsiegen und wir verblassten ziemlich stark neben ihm. Nach ein paar Tee und Essen bei ihm zu Hause reparierte ich ihm (oder seines Sohnes) Bike, bzw den Steuersatz.
Dafür wiederum organisierte uns Rasoul einen Pickup der uns nach Vandarbon bringt und er borgte uns sein Zelt. Wir entschieden nämlich, bzw empfahl und Rasoul, den Alam Kuh nicht in einem Schwung zu nehmen sondern in Hesarchal, dem Plateau der 4.000er zu biwakieren. Somit hätten wir eine Nacht zum "Akklimatisieren". Ohne Zelt von Rasoul undenkbar, war der Wetterbericht ja nicht so toll.


Rasoul Naghavi, und wir zwa hoit
Eine seiner Eroberungswände

Tja, dann doch nicht erster, zweiter oder dritter....

Obmann in seinem Element


Permit 35 $

Die Enduro (mit Motor) Fahrer bestaunten unsere Radl. Mit einer Enduro/Freeride würde mir des auch daugen dort!!!


Milka ist schon im Nebel verschwunden
Massive Brücke

Voll nett hier heroben, und die ersten Zelte tauchen auf

Hier wäre Hesarchal, das Plateau der 4.000er auf 3.800 m??? Naja. Das geplante Biwak. Als wir hier ankamen hatte Michi schon wieder schlimme Kopfschmerzen und war absolut kraftlos. Starke Windböhen machten es nicht leichter für ihn. Da wir der Meinung waren er brauche Ruhe haben wir Rasouls Zelt aufgebaut. Dieses war offenbar nicht ideal für den starken Wind. Hat lustig ausgesehen, die Seitenwand war ca horizontal *gg*!
Ein deutsches Pärchen am Nebenzelt konnten wir heißen Kaffee abschwatzen. Diese erzählten uns das sie in Teheran am Flughafen 3 Österreicher getroffen haben welche mit Bike auf den Damavand wollten ... verrückte Österreicher ? Wir schenkten dem aber nicht weiter Aufmerksamkeit ... Sturmböhen, Höhenkrankheit, nahender Regen/Schnee oder doch nicht, der unbedingte Drang den Gipfel zu erreichen ... das alles lenkte zu sehr davon ab.
Das schiefe Zelt reichte mal für 1 Person so lala zum Schlafen, also rein mit Milka, vielleicht wirds wieder? Währen Milka schlief ging ich mal bis ungefähr 4.450 m um mein Rad für den nächsten Tag raufzuwuchten. 3 Guides ermahnten mich umzudrehen und mein Zelt windfest zu machen. Wir quatschten jeweils ein weilchen, dann beschloss ich recht schnell abzubrechen. Ich fuhr zu Milka runter und erklärte ihm die Situation. Dem ging es gar nicht gut. Ein Iraner spendierte uns eine Zitrone (soll ja helfen bei Höhenkrankheit und Erschöpfung). Milka kam dadurch soweit wieder in Schuß das wir die Abfahrt nach Vandarborn antreten konnten.

Schade kein Gipfelsieg, aber dafür ein Grund wieder zu kommen ... :-) ! Und der Trail von Hesarchal runter war dann auch vom Feinsten. Somit auch diese Tour mit diversen fahrtechnischen Highlights. Wenn man das mit Schlafsack, Zelt und jeder Menge Trinken+Essen am Buckel sagen kann...

Die Gegend selbst schätze ich als optisch am eindrucksvollsten von unserem Trip ein. Echt Gewaltig hier! In Hesarchal würde ich wohl auch 2-3 Tage verbringen, aber nächstes Mal nur wenn mir ein Esel des Zeug inkl. warmen Schlafsack, Isomatte, Benzinkocher usw raufzaht. Das alles hatten wir nicht mit, brach ma ja net ... hihi!


Hesarchal, Plateau der 4000er


Abbruch! Zuerst mit einer Fahrt quer über die Hochebene...

und dann ins enge Tal hinein

Fühlte sich irgendwie ewig an....


A paar Schmankerl

Richtig episch, rechts unten eine Schneezunge

Die Touri-Station. Ab da müssen die Touris von Jeeps auf Maultiere umladen *gg*

Was hier geschmeidig aussieht ... puh, des is im kompletten unteren Teil vermutlich nur mit Downhiller lustig? Da haben es sogar die Schotterpisten in sich....

I hab des net umgschert
Restaurant

Leyla und Saman

Die besten Hosts ever

Und sogar noch ein Taxiservice












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